Häufig gestellte Fragen

 

Was ist Bauwerksmonitoring?

 

Unter dem Monitoring von Bauwerken versteht man die systematische Überwachung charakteristischer Messgrößen wie Verformung, Auslenkung und Durchbiegung, sowie die Erfassung wesentlicher Einflussgrößen auf die Statik wie Verkehrslasten und Temperaturschwankungen.

 

Warum werden Brücken überwacht?

 

Die messtechnische Erfassung des Bauwerkverhaltens führt zu einem wesentlichen Erkenntnisgewinn hinsichtlich des strukturellen Zustands und der Restnutzungsdauer. Gerade bei unklaren Lastwegen und Schadenverläufen kann mit einem Monitoring der Zustand sicher erfasst werden.

 

Wie oft wird gemessen?

 

Wesentliches Kennzeichen eines zuverlässigen Monitoring-Systems ist eine kontinuierliche, das heißt permanente Datenaufzeichnung. Denn nur so können die ermittelten Messwerte sicher interpretiert und bewertet werden. Mit einer periodischen Messung – wie zum Beispiel einer Spot-Messung (einmal pro Stunde oder einmal täglich) erhöht sich das Rauschband um den Faktor 10. Mit solchen Messwerten sind Strukturveränderungen des Bauwerks nicht erkennbar.

 

Wie lange halten die Laser?

 

Unser patentiertes Messsystem ist für eine Nutzungsdauer von 20 Jahren ausgelegt. Wir halten aber alle Komponenten vorrätig, so dass fehlerhafte Bauteile umgehend ersetzt werden können.

 

Warum Laser?

 

Laser-Messstrecken altern nicht. Die Lichtgeschwindigkeit als Basisgröße des Messverfahrens ist eine physikalische Konstante. Sensoren können zwar ausfallen, aber mit einem neuen Lasersensor kann 1:1 auf die alten Messwerte aufgesetzt werden. Es gibt keinen Drift in den Messwerten auf Grund der Alterung der Messstrecken.

 

Wie erfolgt die Datenauswertung?

 

Die Messdaten werden in 10-Minuten-Paketen auf unseren Server übertragen und dort ausgewertet. Sowohl die Rohdaten als auch die Ergebnisse sind jederzeit abrufbar.

 

Gibt es eine automatische Alarmierung?

 

Unsere Messanlage versendet automatisch E-Mails bei der Überschreitung von Grenzwerten. Für jedes Bauwerk wird ein individueller Alarmplan mit Vor- und Hauptalarmen erstellt.

 

Ist ein Brückenmonitoring wirtschaftlich sinnvoll?

 

Jede Entscheidung für oder gegen den Einsatz von Monitoring ist eine Entscheidung, die mit einem gewissen finanziellen Risiko verbunden ist. Neben der Kapitalwertmethode und volkswirtschaftlichen Betrachtungen kann die Wirtschaftlichkeit jedoch über eine einfache Risikoabschätzung bewertet werden. Dafür steht die Formel

 

Risikokosten bzw. erwartete der Kosten

=

Eintretenswahrscheinlichkeit × Folgekosten

 

Es wird angenommen, dass die sofortige Verstärkung eines Bauwerks eine Investitionssumme von 1,0 Mio. € erfordert. Durch Monitoring könnte es sich jedoch herausstellen, dass der Zustand des Bauwerks besser ist als erwartet. Für diese Erfolgsaussicht beträgt die Wahrscheinlichkeit nach Einschätzung von Ingenieurbüro und Prüfingenieur 50 %. Die Kosten für das Monitoring betragen rund 100.000 € (geschätzt).

 

Daraus ergeben sich zwei Varianten:

 

Variante A

Die Verstärkung des Bauwerks ohne Monitoring wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % erforderlich.

 

Risikokosten Variante A:

100% × 1,0 Mio. € = 1,0 Mio. €

 

Variante B

Die Verstärkung wird nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% erforderlich. Dafür fallen Kosten für Monitoring an.

 

Risikokosten Variante B:

50% × 1,0 Mio. € + 0,1 Mio. € = 0,6 Mio. €

 

Die Risikokosten für Variante B fallen deutlich geringer aus. Es würde sich daher lohnen, das Risiko für Mehrkosten durch eine Monitoring-Maßnahme einzugehen.

 

Risikokosten von potenziellen Nachträgen im Bauvertrag etc. lassen sich in ähnlicher Weise abschätzen. Die Kenntnis über die Folgekosten (baulich bzw. volkswirtschaftlich, vgl. Abschnitt 5.2 und 5.3) ist demnach ein wesentliches Element zur Bewertung von Risiken respektive für den Nachweis der Wirtschaftlichkeit.

 

Quelle: Deutscher Beton- und Bautechnik-Verein e.V.

Brückenmonitoring - Planung, Ausschreibung und Umsetzung, Fassung August 2018

Zum Download des Merkblatts: https://www.baufachinformation.de/merkblatt-brueckenmonitoring/mb/250218